Gegründet 1985

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der älteste Jazzclub
in der Südpfalz

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Gründungsjahr 1985

Mai Maximiliansau: Wörther Jazzfans organisieren sich
Juli Wörth: Erstes Wörther Jazztreffen
November Wörth: Jazzclub-Premiere mit 9 Jazzgruppen

1986

Der Szene auf die Sprünge geholfen  

Diesen Artikel verfasste Jürgen Kreitner, damals Freier Mitarbeiter bei der Rheinpfalz, über den Jazzclub Wörth. Heute (2015) ist er beim SWR (Marketing SWR3 / DASDING / Kommunikationsbüro für Junge Zielgruppen) in leitender Position tätig. Den Artikel (hier als PDF) veröffentlichen wir nachstehend mit seiner freundlichen Genehmigung.

"Der Verein dient der Förderung und Ausübung der Jazzmusik in seiner gesamten Vielfalt, zur kulturellen Jugend- und Volksbildung. Er bietet den Mitgliedern, einzeln oder in Gruppen, die Möglichkeit in seinen Räumen durch Übungen ihre Talente zu entwickeln. Er organisiert kulturelle Veranstaltungen, um Künstlern, besonders Amateuren, Gelegenheit zu bieten, sich einem breiten Publikum zu stellen." Soweit ein Auszug aus der Satzung des im Juni 1985 gegründeten Jazz-Clubs Wörth.

    Eigentlich wollte Roland Blume, in der Karlsruher Jazz-Szene als Klarinettist, Saxophonist und Mitbegründer des Karlsruher Jazz-Clubs kein Unbekannter, in der Wörther Rheinpfalz-Geschäftsstelle nur ein Buch kaufen. Mit dem damaligen Redakteur Elmar Hoffmann kam er ins Gespräch - man unterhielt sich über die von Seiten der Stadt wegen mangelndem Publikumsinteresse eingestellte Matinee-Reihe, über den gutbesuchten, erst kürzlich zurückliegenden Auftritt der Südpfalz-Bigband und über eine potentielle Wörther Jazz-Szene.

    Hoffmann ermutigte Blume zu einer Anzeige zwecks Vereinsgründung und veröffentlichte zudem einen Bericht, um Interessierte anzusprechen. Nach anfänglich mehr schleppendem Echo wurde abermals eine Anzeige aufgegeben: "Versammlung zwecks Vereinsgründung". Zu diesem Treffen, das am 19. Juni 1985 stattfand, erschienen mehr als 20 Interessenten. Der Jazz-Club Wörth war geboren.

    Mittlerweile zählt der Club 37 Mitglieder aller Altersklassen, von denen nur vier oder fünf musikalisch nicht aktiv sind. Der Großteil der Mitglieder stammt aus Wörth - einige kommen aber auch aus Landau, Speyer, Germersheim und aus Karlsruhe. Die musikalische Palette, die alle Jazz-Spielarten umfaßt, schlägt sich auch in den Bands, die durch den Jazz-Club gegründet wurden oder deren Mitglieder dem Jazz-Club angehören, nieder. Anzuführen sind hier "Late Date" eine Formation, die Mainstream-Jazz spielt, die Dixie-Band "Bienwald Ramblers", "Second Part Project" - Vertreter der Bebop- und Jazz-Rock-Richtung, sowie eine Band die vom Graphiker und Designer des Clubs, Werner Berndt, ins Leben gerufen wurde.

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Daneben sind Musikvereine und andere Musikgruppen von Wörther Jazzern durchsetzt. So beispielsweise die Bigband des Gymnasiums oder die bekannte Südpfalz-Bigband.

    Im ersten Vereinsjahr wurden bisher alle Formalitäten (Satzung, Eintrag ins Vereinsregister) geregelt, Organisatorisches erledigt und Briefköpfe, Stempel und Standard-Plakate für Konzertankündigungen entworfen. Neben monatlichen Club-Abenden im ehemaligen Spritzenhaus der Stadt Wörth war die größte Veranstaltung des Jazz-Clubs das erste Wörther Jazz-Festival, das im November 1985 stattfand. Neun Jazzbands und -chöre spielten mehr als vier Stunden vor begeistertem Publikum in der ausverkauften Fest- und Konzerthalle.

    Einmal im Monat trifft sich das Organisationsteam des Clubs, das aus neun Peronen - dem Vorstand und fünf Ausschußmitgliedern besteht: Die ersten beiden Vorsitzenden, Roland Blume und Theo Erdl, der Clubkassierer Werner Ruppenthal und Pressewart Günther Loge besprechen mit den Beisitzern Knut Maurer, Werner Schag, Werner Berndt, Harald Baumann und Hans Sawenko Club-Angelegenheiten und planen und organisieren bevorstehende Aktivitäten.

    Der Jazz-Club war also sehr aktiv im ersten Jahr seines Bestehens. Mittlerweile - so Blume - stehe man auf dem Boden der Tatsachen, die erste Euphorie sei dem Vereinsalltag gewichen und die Jazzer hätten ihre Grenzen erkannt - schließlich wolle man Publikum und Mitglieder nicht überfordern.

    Doch weitere Aktionen sind bereits geplant. Neben der Fortsetzung der monatlichen Sprizenhaus-Sessions und dem zweiten Wörther Jazz-Festival am 22. November denken die Jazzer zum Beispiel an eine Wiedereinführung der Matinee-Reihe. Hierzu wäre jedoch eine verstärkte Hilfe seitens der Stadt, die den Jazz-Club mit einem jährlichen Betrag subventioniert, notwendig: die Gagen der Künstler, Hallenmiete und nicht zuletzt die Gema-Gebühren kann der Club nicht allein bezahlen.

    Weiterhin möchte man anhand einer Serie von Vorträgen, Filmaufführungen und mit Schallplattenbeispielen über die Entstehungsgeschichte des Jazz aufklären und eventuell auch internationale Kontakte knüpfen. So beispielsweise nach Frankreich zur Maximiliansauer Partnerstadt Cany-Barville. Roland Blume denkt  hierbei vor allem an gegenseitige Einladungen zu Festivals beider Jazz-Clubs.

    Nach knapp einjähriger Existenz läuft augenscheinlich alles glatt beim Jazz-Club Wörth. Doch ein Problem beschäftigt die Jazzer noch: "Da wir das Spritzenhaus nicht nach unseren Wünschen ausgestalten können, suchen wir noch immer einen Partner in der Gastronomie, der uns zwecks besserer Atmosphäre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könnte."

JÜRGEN KREITNER

(Ende des Artikels)

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